Ja, das Jahr ist wieder einmal wie im Fluge vergangen. In fünf Wochen ist schon wieder Weihnachten. In den Läden steht seit Wochen bereits das Weihnachtsgebäck. Adventkalender sind teilweise schon ausverkauft. Auch ich habe mich bereits darüber aufgeregt, dass es im Oktober schon Spekulatius und Lebkuchenherzen zu kaufen gab. "Wo bleibt denn da der Geist von Weihnachten, wenn die Vorboten des heiligen Abends schon drei Monate zuvor zum Konsum freigegeben werden?" fragte ich mich.
Im Rückblick über die letzten Jahre scheint die Vorweihnachtszeit immer weiter in den Herbst vorgerückt zu sein. Es stellt sich die Frage, warum dies so ist.
Zum einen ist unser ganzes Leben viel schneller geworden. Was heute aktuell ist, ist morgen schon wieder völlig veraltet. Zum anderen sind wir viel konsumorientierter geworden. Das immer größer werdende Angebot und auch die Vielfalt an Information und Werbung, der wir täglich begegnen, hat das Einkaufsverhalten deutlich verändert.
Als ich noch Kind war, orientierten sich meine Weihnachtswünsche an der Schaufensterauslage des örtlichen Spielwarenladens. Was dort nicht angeboten wurde, landete mangels Kenntnis auch nicht auf meinem Wunschzettel.
Obwohl meine Tochter nur extrem selten und kurz fernsieht, kennt sie eine Vielfalt von Dingen aus der Werbung, die sie im echten Leben noch nie gesehen hat.
Der Preiskampf, der gleichzeitig durch die immense Informationsflut entsteht, führt mithin zu bizarren Situationen: Da werden zum Beispiel im Sommer Schneefräsen gekauft, nur weil sie gerade billiger zu bekommen sind.
Man muss möglichst schnell sein beim Konsum, damit man ja noch was abkriegt vor den anderen. Zum Beispiel den suuupergünstigen PC, bevor der Vordermann den letzten aus dem Discounter schleppt.
Dies dürfte auch ein Grund für Spekulatius im September sein: "Schnell schon mal kaufen, bevor es an Weihnachten keine mehr gibt." Dass das Weihnachtsgebäck aber dann doch oft schon vor dem Advent verdrückt wird und dann bis Weihnachten mehrfach neu gekauft werden muss, wird dabei nicht bedacht.
Eine etwas andere Situation stellt sich aber beim Einkauf der Weihnachtsgeschenke dar. Ich gehöre - als Mann - selbst leider auch zu den klassischen "last-minute-Käufern". Jedes Jahr nehme ich mir vor, mir frühzeitig Gedanken zu machen, wer womit wie beschenkt werden soll und gelobe, die Geschenke rechtzeitig zu besorgen.
Und dann sieht man mich doch wieder am Heiligabend vormittags völlig gestresst durch diverse Läden hasten, um dann doch wieder etwas halbwegs passendes zu erwerben, da die eigentlich gewünschten Dinge bereits ausverkauft sind.
Heute nun ergibt sich für mich wiederum eine neue Situation, da ich dieses Jahr auf der anderen Seite der - virtuellen - Theke stehe. Ich hoffe, dass unsere Kunden am liebsten heute schon Ihre Weihnachtsgeschenke einkaufen. Sonst sehe ich mich schon zwischen meinen last-minute-Einkäufen und dem Verpacken der letzten Geschenke noch eine Flut an email-Anfragen zu Lieferzeiten und Verfügbarkeit von Artikeln beantworten ;-) . Es wird spannend werden und ich freue mich schon drauf.
In diesem Sinne: Eine schöne Vorweihnachtszeit!
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Mittwoch, 19. November 2008
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